Biophilia & Waldbaden

Biophilia – Die heilsame Liebe zum Leben
Der Begriff ist altgriechisch und bedeutet übersetzt „Liebe zum Leben, Liebe zum Lebendigen“.
Erich Fromm der österreichische Philosophen/Psychotherapeuten,  nannte ihn „die Sehnsucht des Menschen nach der Natur“.

Die Liebe zur Natur und allem Lebendigen verbindet den Menschen mit seinem Heimatplaneten und seinen tierischen und pflanzlichen Mitbewohnern. Schwindet diese Liebe kann das zur ökologischen Gefahr für uns alle werden. Daher gilt es, sie zu hegen und zu pflegen, sie neu zu entdecken, sie wahrhaftig zu FÜHLEN und an nächste Generationen weiter zu geben.

Denn nur was wir lieben, schützen wir und behandeln wir respektvoll und achtsam!

Wer seine „Biophilia“ aktiv pflegt z.b. mit Natur- und Waldspaziergängen, mit liebevollem Garteln, uä. wird neben der heilsamen Wirkung auch mit Selbstliebe belohnt. Denn beim Sein in NaturRäumen sind wir ganz von den Erwartungshaltungen anderer Menschen befreit.

Für mich persönlich ist die Natur DER ORT ZUM SEIN …
… ACHTSAM-sein, ICH-SELBST-sein, STILL-sein, EINFACH-sein, GANZ-sein, OFFEN-sein, VERBUNDEN-sein, FREI-sein, KREATIV-sein, SINNLICH-sein, BEI-MIR-sein,…

In der wissenschaftlichen Disziplin, die auf „Biophilia“ aufbaut, die sog. Öko-Psychosomatik gibt es unter anderem zwei Namen, die einen prägenden Einfluss haben:
– international der japanische Medizinprofessor QING LI und im
– deutschsprachigen Raum der österreichische Biologe Clemens G. ARVAY.

Qing Li erarbeitete mit einem großen Team aus Wissenschaftlern Studien über die Wirkung des Waldes auf das Herz. Durch ihn wurden die Begriffe Shinrin Yoku (Waldbaden) und Waldmedizin international bekannt.
Clemens G Arvay hat den Begriff „Biophilia“ durch seine Bücher „Der Biophilia Effekt“ und „Der Heilungscode der Natur“ sehr bekannt gemacht.

Waldbaden & Waldmedizin – Shinrin Yoku

Waldbaden ist eine langsame, achtsame und bewusste Zeit im Wald. Mit Entschleunigung und einfachen Übungen werden die Sinne angeregt, das „Staunen“ reaktiviert und durch den alleinigen Aufenthalt im Wald die Gesundheit und die Selbstheilungskräfte gefördert.

Shinrin Yoku ist in Japan und Südkorea zu einem festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge geworden und wird dort häufig von Ärzten verschrieben und ist sehr beliebt.
• 1982 schlug die jap. Forstagentur „Waldbäder“ als gesunden Lebensstil für die Bevölkerung vor.
• 2007 wurde die „Japanische Gesellschaft für Waldmedizin“ gegründet. Waldmedizin ist eine neue interdisziplinäre Wissenschaft, die zur Umwelt-, Präventiv-, und Alternativmedizin gehört. Präsident ist seit 2018 Dr. Qing Li.
• In Japan gibt es 63 Shinrin Yoku Zentren und 4 Shinrin Yoku Stützpunkte. Dort besuchen die Menschen nicht nur den Wald, sondern halten sich in der Schönheit der Natur auf (z.B. zur Kirschblüte, in Azaleen Wäldern, auf den terrassenförmigen Reisfeldern u.v.m.)

Nicht nur in Japan und Südkorea, sondern auch in Europa und den USA werden zu diesem Thema seit einigen Jahren immer mehr Untersuchungen und Studien veröffentlicht. Diese belegen den positiven Effekt der Aufenthalte im Wald und in der Natur auf den menschlichen Organismus.

Positive Effekte des Waldbadens auf das Nervensystem:
• Die Sympathikus-Aktivität nimmt ab (Stressnerv)
• Die Parasympathikus-Aktivität steigt (Ruhenerv)
• Die Atmung wird tiefer
• Blutdruck und Blutzucker sinkt
• verbesserter Schlaf und Regeneration
• verbesserte Konzentration und Leistungsfähigkeit

Der Wald selbst und die Natur ist wie eine Klinik, eine Waldklinik oder eben auch Waldpraxis. Ein Blick durch ein Fenster aus einem Krankenhaus auf nahestehende Bäume aktiviert schon das Immunsystem und in Folge die Selbstheilungskräfte und den Heilerfolg. (japanische Studien).

Wer durch den Wald geht, taucht somit ein in einen riesigen, atmenden Organismus,
der auch mit dem Menschen kommuniziert.

Die Waldluft ist hierbei ein Heiltrunk zum Einatmen –
sie ist wie eine riesige Badewanne!


Wirkkraft und Heilkraft der Bäume auf unser Immunsystem

Im Wald trifft das kommunikationsfähige Immunsystem des Menschen auf die kommunizierenden Pflanzen. Es herrscht ein Cocktail aus bioaktiven Substanzen, die von Pflanzen an die Waldluft abgegeben werden. Darunter auch die gasförmigen Terpene. Diese werden über die Haut, vor allem aber über die Lunge aufgenommen. Diese Terpene sind reine Waldmedizin. Sie wirken direkt auf das Immunsystem und das Hormonsystem, steigern die Abwehrkräfte und es senken das Stresslevel.

Der menschliche Organismus produziert im Wald vermehrt natürliche Killerzellen. Sie sind dafür verantwortlich, Viren in unseren Körpern unschädlich zu machen. Sie bekämpfen frühzeitig bösartige Tumore und schützen so vorsorglich gegen Krebs.

Natürliche Killerzellen sind Teil unseres angeborenen Immunsystems, sie bilden sich im Knochenmark und sind bereits seit Geburt aktiv. Sind genügend dieser Zellen vorhanden, ist auch das Immunsystem stark.

Qing Li, der japanische Professor, fand heraus, dass „Doktor Wald“ nicht nur mehr und aktivere Killerzellen entstehen lässt, sondern auch die Bildung der Anti-Krebs-Proteinen fördert.

Die Zahlen sind beeindruckend:

  • 1 Tag/ 3 Std. im Wald steigert die Immunabwehr, die natürlichen Killerzellen um 40% und dieser Effekt hält für 7 Tage an!
  • 2 Tage im Wald steigern die Immunabwehr, die natürlichen Killerzellen um mehr als 50%.
  • Bei 2-3 Tage im Wald bleibt die Steigerung für bis zu 30 Tage erhöht, ohne erneut in den Wald zu gehen. Auch die Leistung der Killerzellen erhöht sich um über 50% und bleibt erhalten.
  • Der Aufenthalt in der Natur führt zu mehr Klarheit, einer Besserung genereller Stimmungsstörungen und bewirkt eine signifikante Verringerung von Angstzuständen, Aggressionen und Erschöpfung (Qing Li, 2013)
  • Bei Kindern auftretende Unruhe, Hyperaktivität, Konzentrationsschwäche, können durch regelmäßiges Spielen in der Natur bedeutend gemildert werden. (Louv, 2013; A&C. van den Berg, 2010)
  • Eine großangelegte australische Studie zeigt, dass Menschen über 60 Jahre durch tägliche Gartenarbeit oder Spaziergänge im Wald ihr Demenzrisiko um 36 Prozent senken können.
  • Allergien gegenüber Natursubstanzen sind unter anderem das Resultat einer Entfremdung von der Natur. Eine allergische Reaktion ist eine Immunantwort auf ein harmloses Antigen aus der Umwelt, das vom Immunsystem irrtümlich als krankmachend eingestuft wird. Schmutzbakterien und immer wieder Schmutzkontakt in der Kindheit erzeugen die sogenannte „Dreckresistenz“.

 

Mehr über die Terpene (Phytonzide)

Pflanzen haben die Fähigkeit, untereinander zu kommunizieren. Sie sind wahre Meister im Aussenden, Empfangen und Entschlüsseln von Informationen. Sie senden  chemische Substanzen (Terpene) aus.

Terpene sind flüchtige organische Substanzen, die seit dem Altertum aus zahlreichen Pflanzen, wie z.B. Eukalyptus, Pfefferminze, Lemongras, Zitrusfrüchten, Thymian, gewonnen werden. Einige Phytonzide gehören zur Gruppe der Alkohole, wie z.B. Menthol, andere sind Aldehyde und Terpene.

Es sind über 8.000 Terpene und über 30.000 der nahe verwandten Terpenoide bekannt. Der Austausch, die „Pflanzenvokabeln“, sind Düfte unerhört komplexen Informationsgehaltes.

Da ist gerade der Wald ein Ort der regen Unterhaltung, der dichten Kommunikation.
Besonders zwischen ihm und dem Immunsystem des Menschen.

Terpene schwirren nicht nur in der Waldluft hin und her, sondern steigen auch aus einem gesunden Waldboden nach oben, weil Mikroorganismen in der Erde ebenso Terpene abgegeben.

Eine weitere Heilkraft aus dem Waldboden sind die vielen starken und haarfeinen Wurzeln, sowie kilometerlangen Pilzfäden, die Hyphen. Diese sind unwahrscheinliche elektrische Leiter, die  unmittelbar über einem gesunden Waldboden einen Positiv-Elektrosmog bilden, richtig gesagt eine bodennahe Wolke des Elektromagnetismus, der auch zur Heilung beitragen kann.

mehr dazu in einem eigenen Artikel „Das Wunder Waldboden“ – ist im entstehen 🙂

Schau einfach wieder vorbei!

Die Wunder und Heilkräfte der Natur sind schier grenzenlos!

Bis bald im Wald!

Monika

Quellennachweis:
aus meinen Ausbildungsunterlagen von A. Lorino,
und Ausbildung in der Waldakademie Schwaz, A. v. Silberwald

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