Kommunikation im Wald 2

Die Akustik der Bäume – Kommunikation via Geräusche

Im Wald knistert und zischt es permanent und überall. Alle hören zu, Freund und Feind. Ein Baum teilt damit allen anderen seinen momentanen Zustand mit. Wenn der Baum oft genug erzählt, dass es ihm aufgrund von Wassermangel nicht gut geht, er womöglich geschwächt ist, hören das seine Feinde. Sie kommen und das sind meistens schädigende Insekten.

Bäume haben dafür mehrere Abwehrstrategien. Sie bilden giftige Harze aus. Verschließen damit ihre Wunden und sonstige Öffnungen. So unwahrscheinlich es klingt, sie impfen mit Duftmolekülen Wolken über ihnen, um sie zum Regnen zu bringen. Das passiert nicht nur in den Tropen, sondern auch in gemäßigten Zonen.

Es gibt sogar Bäume z.b. die Weide, die so etwas ähnliches wie Fiebern können, um Schädlinge loszuwerden! Deshalb sind Weiden auch hilfreich zum Fiebersenken bei Menschen! Unglaublich oder!

Nachts tun sich Baumwurzeln und Bodenpilze zusammen und holen sich Wasser aus tieferen Bodenschichten herauf. Das Wasser wird, durch leichte elektrische Aufladung von Zellulose-Wurzelmolekülen und Pilzzellwänden angezogen und durch die Kapillarrohre weitergegeben. Auch in diesen Röhrchen spielen elektrische Spannungen eine große Rolle, denn wie sonst soll Wasser bis in 80 Meter hohe Baumkronen gelangen, wie sonst könnte in der Nacht Wasser vom Nassen zum Trockenen fließen, ohne Sonne?

Alleine mit der Verdunstung, der Transpiration in den Blättern würde die Wassersäule zwischen Wurzel und Krone nach den Gesetzen der Hydrodynamik schon bei einer geringen Höhe in der Nacht reißen.

Ultraschallknallen im Baum

Der Wald, spezifisch ein Baum, spricht aber auch auf einem ganz anderen Niveau – nämlich im Ultraschallbereich. Übrigens, Wale unterhalten sich auch in diesem oberen Bereich. In den alten Waldkulturen und heute noch bei den Waldvölkern gehört zum Überleben einer Sippe das Lauschen in den Wald hinein ganz wichtig dazu. Der Jäger ist zuallererst ein Lauscher und ein jeder hört frühzeitig, wenn ein Sturm kommt oder ein Baum umfällt.

Bäume fallen nicht einfach so um. Vorher geben sie eine Menge Signale, die den Betroffenen genug Zeit lassen, sich frühzeitig in Sicherheit zu bringen. Vorausgesetzt die Hörleistung stimmt und die Wahrnehmung ist fein genug. Bei urbanisierten Menschen ist diese stark abgeflacht, in der heutigen Zeit der Smartphons und Computerspiele nahezu nicht mehr vorhanden.

Zuerst einmal senden Bäume nicht gezielt Ultraschalltöne aus, sonders diese entstehen, wenn im Baum etwas passiert. Nur dann, wenn sie in den Wald hineingeschickt werden, sind sie eine Information für viele Lebewesen. z.B. für andere Bäume, Insekten und sogenannte höhere Tiere.

Es entsteht ein Ultraschallgeräusch in einem Baum, wenn eine kohäsive Wassersäule, die von den Wurzeln bis in die Baumkrone reicht, plötzlich reißt. Wasser im Baum fließt in feinen Kapillarröhrchen von unten nach oben bis zu den letzten Blättern. Wenn der Boden feucht ist, also genug Bodenwasser vorhanden ist, funktioniert das gut. Wenn Wurzeln aber nicht genug Wasser liefern können und trockene Winde oder starke Sonneneinstrahlung auf die Kronen einwirken, beide kräftig am Wasser zerren, reißen die feinen Wasserfäden. Sofort entstehen in den Zellen Luftblasen, die dann platzen und es ertönt ein lauter Knall im Ultraschallbereich.

Das Ultraschall-Knallen im Baum zeugt von Streß. Die Luftblasen, die von den Wurzeln bis zu den Blättern sich bilden können, blockieren den Wasserfluß. Mangelt es dem Baum an Wasser, muß er dürsten und hungern, wird schwächlich, schlimmstenfalls stirbt er. Er kann kein nährendes CO2 mehr  aufnehmen.

Die Akustik der Bäume, wie auch die anderen Lebewesen im Wald ist wie eine Sprache. Viele hören sie, viele reagieren darauf. Diese Akustik ist eine Stimme, eine Information, die das Gedächtnis und die Intelligenz des Geistes des Waldes beeinflußt, ihn stimuliert, manchmal manipuliert.

 

Viel Freude und Entdeckergeist wünsche ich dir beim bewussten Lauschen im Wald!

Bis bald im Wald!

Monika

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